Archiv 2005

 

Liederbacher Jazzclub e.V. Jazz in der Scheune

Am Sa, 19. Februar Jazz in der Scheune, 20 Uhr war bei uns

Jazz aus der Karibik 

angesagt mit

         Thomas L'Etienne New Orleans Band feat. Uli Wunner und Norman Emberson

         mit Thomas L’Etienne (cl, as, voc)
         Norman Emberson (dr, voc)
         Uli Wunner (as)
         Edu Jung (b)
         Dominik Dötsch (p)

 

Thomas L’Étienne New Orleans Band
                          feat.
Uli Wunner und Norman Emberson

      

Diese Band hat sich dem Jazz aus New Orleans, aus der Karibik und dem kreolischen Jazz verschrieben.

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Thomas L’Étienne  cl, as, ts, voc

1956 in Hamburg geboren, lernte ab 1971 Klarinette spielen und gründete seine erste Band. Ab 1980 besuchte er mehrmals New Orleans und bekam so die Möglichkeit, öfter mit den New Orleans-Veteranen zu spielen. 1983 ging er mit der New Orleans-Sängerin Lillian Boutté auf eine sechsmonatige Tour, wurde musikalischer Direktor der Band „Lillian Boutté and her Music Friends“ und heiratete Lillian 1984. Sie bereisten die ganze Welt und spielten u.a. mit Clark Terry, Milt Hinton, Harry „Sweets“ Edison, Doctor John und Edward Frank.
Thomas beherrscht auf seinen Instrumenten viele Stilrichtungen wie Bebop, Swing, Rhythm and Blues und lateinamerikanische Musik. Die meisten Kritiker sagen jedoch, der New Orleans-Jazz sei seine Stärke.

Er zählt heute zu den besten Klarinettisten und Saxophonisten überhaupt. Viele Schallplatten- und CD-Aufnahmen zeugen von seiner großen Klasse.

 

Uli Wunner  cl, as

Der aus Freising stammende Klarinettist war viele Jahre lang Bandleader der „Storyville Shakers. Er Hat sich besonders auf New Orleans Jazz und den kreolischen Stil spezialisiert. Uli Wunner ist aber auch ein ebenso wundervoller Altsaxophonist und beherrscht andere Stilrichtungen wie Blues und Boogie meisterhaft. Sein großes Talent, gewürzt mit Humor, lässt seine Auftritte immer zu einem Erlebnis werden.

 

Norman Emberson  drms, voc

ist ein echter Weltenbummler in Sachen Jazz. Seine Liebe zum New Orleans Jazz wurde durch George Lewis geweckt. Er spielte zunächst in Italien, danach wurde er Mitglied der Mike Casimir Band, machte Plattenaufnahmen mit Kid Thomas, Louis Nelson, Alvin Alcorn und Albert Nicholas. Fünf Jahre lang war er Schlagzeuger im Sammy Rimington Quartett und zehn Jahre lang in der Chris Barber Jazz & Blues Band, mit der er die ganze Welt bereiste. Seit 1998 spielt er vorwiegend in eigenen Formationen und mit Lilian Boutté und hat seinen Wohnsitz nach Deutschland verlegt.

 

Eduard „Edu“ Jung  b, voc

begann im Alter von 6 Jahren Geige und mit 10 Jahren Klavier und Cello zu spielen. Seinen frühen Kontakt zum Jazz hatte er in der Person seines Vaters, Dr. Hans Otto Jung (Hot Club Frankfurt) praktisch zu Hause. Mit 14 Jahren kam er zur Bassgitarre und verdiente sich seine ersten musika-lischen Sporen in den Bands von Dietrich Geldern, mit Ruud van Duyse und Flip Gehring. 1993 wechselte er zum Kontrabaß und spielte u.a. mit dem Peter Köhler Swingtett, der Wiesbadener Juristenband und den Hot Fountain Six. In den letzten Jahren ist er auch häufiger in den Bands von Musikern der Barrelhouse Jazzband und der HR Bigband zu hören. Seine Vorbilder sind Ray Brown und Slam Stewart. 1986 war er Mitbegründer des Jazzclub Rheingau e.V. und ist seitdem dessen Vorsitzender.

 

Dominik Dötsch  p

Der Schüler von Reimer von Essen, Trevor Richards und Norman Emberson ist zweifellos ein großes Talent am Piano und ebenso am Schlagzeug. Dies hat er bei Auftritten mit der Barrelhouse Jazzband und in Liederbach mit Reimer von Essen, Jim Lawyer und Thomas l’Etienne sowie beim Festival in Ascona mit Abi Hübners Low Down Wizzards bewiesen. Dominik ist Mitglied von Harald Blöchers Tailgate Jazzband und spielt in John Defferarys Bandzusammenstellungen als Pianist oder Schlagzeuger.

 

Fr + Sa. 22. + 23. April 2005, jeweils 20:00h in der Liederbachhalle

20 Jahre Liederbacher Jazzclub

Fr. 22. April, 20.00 Uhr in der Liederbachhalle
         Barrelhouse Jazzband

Sa. 23. April, 20.00 Uhr in der Liederbachhalle Große Jubiläumssession
         u.a. mit der Barrelhouse Jazzband, Angela Brown, Tommie Harris und vielen anderen

Plakat als ".pdf"-Datei (ADOBE-Acrobat-Reader)

       20 Jahre Liederbacher Jazzclub e.V.   
                                                         ein Grund zu feiern

 

                      Zum Jubiläum großes Jazzwochenende
                              in der Liederbachhalle
                               am 22. und 23. April

 

 

Freitag, 22. April 2005:                                                  

spielt die renommierte  Barrelhouse Jazzband, die den Liederbacher Jazzclub von Beginn an begleitet und unterstützt hat. Unter dem Thema „The Greatest of Harlem“ spielt die Barrelhouse Jazzband Stücke der besten Jazzmusiker Harlems wie z.B. Duke Ellington. Reimer von Essen gibt die entsprechenden fachlichen Erläuterungen dazu, gewürzt mit Anekdoten.

 

Samstag, 23. April 2005:

wird das 20jährige Jubiläum mit einer Session gefeiert.
Es beginnt die Barrelhouse Jazzband. Stargäste sind die berühmte Bluessängerin  Angela Brown (USA) und der Drummer und Sänger Tommie Harris (USA).
Im Laufe des Abends kommen noch weitere Gäste hinzu. Wir lassen uns überraschen.

  

 Die BARRELHOUSE JAZZBAND, 1953 als Schülerband in Frankfurt gegründet und seit längerer Zeit professionell arbeitend, wurde zu einer treibenden Kraft nicht nur in der deutschen Jazzszene und hat als älteste Jazzband Europas Jazzgeschichte geschrieben.
-        1968     Ehrenbürger von New Orleans
-        1977     beste deutsche Jazzplatte
-        1987     Preis der Jazzkritik für Plattenaufnahmen
-        mehr als 100 der weltbesten Jazzmusiker haben in vielen Kontinenten, vor allem aber bei der jährlich
         in der Alten Oper Frankfurt stattfindenden Barrelhouse Jazzparty mit der Band zusammen gespielt.

 

Die Mitglieder der Band:

Reimer von Essen cl, as

Horst Schwarz tp, tb, voc
Frank Selten ss, as, ts, bs, cl
Cliff Soden b
Jan Luley p, voc
Roman Klöcker g, bj
Michael Ehret drms

 Angela Brown voc (USA)
die in Chicago geborenen Sängerin hat sich weltweit einen großen Namen gemacht als urwüchsige Interpretin von Blues, traditionellen Spirituals und Gospel. Schon als Kind sang sie in einem Gospelchor in Chicago, machte später Schauspielkarriere, z.B. in der Rolle der Bessie Smith in einem Musical uns tourte mit diversen Blues-Bands durch Europa. Heute lebt sie in Deutschland und tritt u.a. häufig zusammen mit Jan Luley auf.

 Tommie Harris dr, voc (USA)

in Alabama geboren, ist wegen seines Feelings einer der meistgefragten Drummer der europäischen Jazzszene, Begleiter vieler großer Jazzstars und in allen Stilrichtungen zu Hause. Auch als Blues- und Gospelsänger hat er sich einen Namen gemacht, gehört inzwischen zur Spitzenklasse und verfügt über ein enormes Repertoire. 1987 bekam Tommie Harris auch in seiner Heimat die verdiente Anerkennung durch die Aufnahme in die „Alabama Jazz Hall of Fame“. In Liederbach ist er ein gern gesehener Gast und seine Auftritte z.B. mit Lillian Boutté, Thomas L’Etienne, Gene „Mighty Flea“ Conners, Dirk Raufeisen, seiner First Class Blues Band oder bei den Gospel-Konzerten waren immer Höhepunkte. Mit der großen Blueslegende Luther Ellison war Tommie Harris weltweit auf Tournee.

Weiterhin traten auf:

Trevor Richards (drms)
Christoph Wackerbarth (tb)
Gunther Nixdorf (tb)
Dirk Raufeisen (p)

von der La Vida New Orleans Band:

Peter Hermann (drms, lead)
Dominik Dötsch (p)
Rudi Möbus (tb)
Harald Möbus (tp)

und aus der Liederbacher Partnergemeinde Villebon sur Yvette bei Paris in Frankreich:

Pascal Harrand (g, lead)
Sandrine Pousse (drms)
Lionel Feugère (drms, Percussion)
Philippe Pain (b)
Lionel Ioa (p)
Catherine Bataille (ss, ts)
Eric Bouillet (ts)
Stéphanie Morland (Querflöte)
Serge Tanguy (ts)

Und hier einige Bilder des Abends:

              

              

               

              

              

              

   

 

 Das Höchster Kreisblatt schrieb am 04. Mai 2005:

Jubiläumsgäste aus New Orleans und Frankreich
Liederbach. «Rock, rock me”, singt Bluessängerin Angela Brown voller Temperament und reißt das Publikum mit. Als die Sängerin der Menge ihr Mikro entgegenhält, erhält sie einen donnernden Widerhall aus dem Saal. Neben ihr auf der Bühne feuern Schlagzeuger Tommie Harris und die Musiker der «Barrelhouse Jazzband» die Künstlerin enthusiastisch an. Mit ausdrucksstarker Mimik singt Angela Brown im einen Moment kraftvoll und tief, im nächsten Moment lässt sie ihre Stimme plötzlich sanft und hell klingen. Mitten im Gesang baut sie plötzlich Liedzeilen auf Deutsch ein: «I want never lie to you, but Wahrheit ist so, wie es passt.»
 
Insgesamt 26 Jazzgrößen sind beim Jubiläumskonzert zum 20. Geburtstag des Liederbacher Jazzclubs in der Liederbachhalle dabei. In immer neuen Formationen und quer durch alle Stile zünden sie an zwei Tagen hintereinander ein Feuerwerk der Jazzmusik. Die «Barrelhouse Jazzband» eröffnet das Wochenende, während sie bei der Jubiläumssession am Tag darauf nicht nur von Angela Brown und Tommie Harris, sondern auch von Stars wie der «La Vida New Orleans Jazz Band», Dirk Raufeisen, Posaunist Gunther Nixdorf und Drummer Trevor Richards aus New Orleans Unterstützung bekommt. Selbst eine Jazzgruppe aus Liederbachs französischer Partnerstadt Villebon ist mit von der Partie. Die neun Musiker vom Konservatorium Eric Satie sorgen mit lebhaftem Latin-Jazz für Begeisterung. «Wir haben nicht mit so einem großen Rahmen gerechnet. Es ist sehr beeindruckend», sagt Leiter der Gruppe, Pascal Harrand.

«Der Liederbacher Jazzclub hat sich mittlerweile einen Namen gemacht und immer gute Bands und Musiker zu Gast», sind sich Hans und Frauke Drechsler einig. Die Jazzfans waren schon 1986 beim ersten Konzert des Clubs mit dabei. «Das ‚Reimer von Essen Trio’ war zu Gast, und schon damals war die Stimmung gut», erinnern sie sich. «Als wir den Jazzclub gründeten, stand uns der Bandleader der Barrelhouse Jazzband, Reimer von Essen, hilfreich zur Seite, und wir konnten durch ihn viele Kontakte in der Jazzszene knüpfen. Die Barrelhouse Jazzband gehört deshalb zu jedem unserer Jubiläen dazu», erzählt Jazzclub-Vorsitzender Volker Götte.

Bei der Jubiläumssession koordiniert Reimer von Essen, welcher Musiker mit wem zusammenspielt. «Es ist ein großer Spaß, einmal mit den verschiedenen Jazzmusikern gemeinsam auf der Bühne zu stehen», freut er sich. «Der Liederbacher Jazzclub hatte schon sehr bald internationale Stars zu Gast. Vor etwas über einem Jahr gab es dann den Höhepunkt: Der amerikanische Stride-Pianist Dick Hyman trat hier auf. Den hat bisher kaum ein deutscher Veranstalter bekommen. Der junge Pianist Bernd Lhotzky, der in Liederbach gespielt hatte, schaffte es, den Star-Pianist für ein gemeinsames Konzert für den Club zu gewinnen. Das war unglaublich», schwärmt er. «Ohne solche Clubs könnten viele Bands nicht existieren, und der Live-Jazz würde aussterben», betont Reimer von Essen. Zum Abschluss holt er Tommie Harris und Angela Brown wieder auf die Bühne, und die beiden sorgen mit dem Louis-Armstrong-Klassiker «What a wonderful world» noch einmal für Gänsehaut. (jcd)

Am Samstag, dem 4. Juni 2005 war das Motto:

Supertrio feat. Gustl Mayer

Diese nur für dieses Konzert in Liederbach zusammengestellte Besetzung der Superlative servierte coolen Jazz ganz heiß. Swing und Mainstream wird in seiner virtuosesten Form von Könnern ihres Fachs präsentiert. Wer Jazzimprovisationen liebt, kam voll auf seine Kosten.

 

Gustl Mayer (D), Tenorsaxophon

     Der vitale Swinger, den Harry “Sweets“ Edison vor allem seines kräftigen, sonoren Tons und seiner drivenden Spielweise wegen mit Hershel Evan verglichen hat, verbindet in seinem eigenständigen Stil aber auch Einflüsse von dessen Antipoden Lester Young, Coleman Hawkins, Ben Webster und späteren Innovatoren. „Swing ist das, was den Jazz letztendlich ausmacht“, lautet sein Credo. Dem entsprechend verhilft Gustl Mayer in seiner persönlichen Spielweise, seinen Projekten mit amerikanischen Kollegen wie Bobby Durham, Eddie Jones, Clark Terry und Harry Edison oder mit sei-ner Gruppe „Swing All Stars“ auch in harmonisch komplexerem Umfeld dem Jazz zu neuem Respekt und definiert seine Rolle im deutschen Jazz treffend als „moderner Swingmusiker“.

 

Charly Antolini (CH), Schlagzeug

Ist einer der swingensten Schlagzeuger und als solcher die Nr. 1 in Europa. Seit 45 Jahren wirbelt er als professioneller Drummer über die Jazzbühnen dieser Welt und wird oft in einem Atemzug mit Buddy Rich genannt. Sein Swing entfaltet einen ungeheuren Groove und seine stimulierend pulsierende Arbeit mit Stöcken und Besen bringt selbst die müdeste Zehe in Bewegung. Charly Antolini hat mit allen Großen des Jazz weltweit zusammengearbeitet wie z.B. mit Lionel Hampton, Erwin Lehn, Kurt Edelhagen, Max Greger, Jimmy Giuffre, Thad Jones und Benny Goodman.

 

Günter Lenz (D), Bass
hat sich mit rundem Ton, Vitalität und enormem Drive in die Spitzengruppe der europäischen Bassisten gespielt. Als Kontrabassist von beträchtlicher, stilistischer Bandbreite zählt er innerhalb Europas zeitgenössischem Jazz seit 4 Jahrzehnten zu den bemerkenswertesten Vertretern seines Instruments. Bereits 1961 wurde er Mitglied des „Albert Mangelsdorff Quintetts“ (Asien-Tourneen) sowie des Jazzensembles des Hessischen Rundfunks und gehörte 1968/69 (und auch noch später) zu den „German All Stars“ (Südamerika-Tournee). 1977 gründete er die später mehrfach umbesetzte, heute noch existierende Gruppe „Springtime“. Der Bedeutung als hervorragender Bassist entspricht auch sein vielfältiges Wirken als sehr gefragter Komponist und Arrangeur. Als Anerkennung für sein Wirken erhielt Günter Lenz den Hessischen Jazzpreis 2004.

Leider hat sich Günter Lenz die Beine gebrochen und musste daher absagen. An seiner Stelle kommt Henning Gailing (siehe nebenstehendes Bild)

 

Dirk Raufeisen „Mister Jazzfingers“ (D), Piano

aus Büdingen hat sich schwerpunktmäßig den modernen Swingdarstellungen und dem Mainstream der 50er Jahre bis heute verschrieben. Oskar Peterson, Duke Ellington, Errol Garner u.a. sind seine Lieblingskompo-nisten. Sein unverkennbarer eigener Stil, technische Perfektion und improvisatorische Spontaneität zeichnen ihn aus. Die genretypischen wuchtigen Akkorde und rhythmische Aufputschung der Gospelmusik beherrscht er ebenso mit leichter Hand. Dazu kommen dann filigrane Umspielungen, Stilverschneidungen und längere Improvisationen. Durch seine außergewöhnliche musikalische Vielseitigkeit zählt er zu den besten Pianisten in der deutschen Musikszene. Zeugnis für sein musikalisches Können sind zahlreichen CDs, die auch die Grundlage sind für seine Mitwirkung bei vielen Rundfunk- und Fernsehsendungen, sowie seine vielen Auftritte im In- und Ausland mit großen Stars der Jazz- und Gospelszene (z.B. Lillian Bouttée, Thomas L’Etienne, Gretje Kauffeld, Jimmy Woode und vielen anderen) Zu seinen Auszeichnungen ist zuletzt der Kulturpreis 2002 des Wetteraukreises hinzugekommen.

Entnommen der FAZ:
Kultur Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2000, Nr. 60, S. 79
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Maschinenhafte Genauigkeit und aberwitzige Technik
Die Zeitbombe tickt richtig: Das "Super Trio" mit Charly Antolini, Dirk Raufeisen und Günter Lenz im Aschaffenburger Colos-Saal

 

Buddy Rich ist tot, und von Louie Bellson hat man Jahre nichts mehr gehört. Einer trommelt noch: Charly Antolini. Der 62 Jahre alte Schweizer hält mit unverminderter Vitalität die Fahne der großen Schlagzeug-Tradition des Swing hoch. Das heißt, groß ist diese Tradition nur qualitativ, denn in das Klassenzimmer dieser Hochvirtuosen sind nur die drei genannten Namen eingezogen. Antolini ist deshalb heute ein absolut exklusives Spektakel.

Neben seinen vielen anderen Aktivitäten ist Antolini derzeit beschäftigt als Mitglied in dem vor kurzem von Dirk Raufeisen gegründeten "Super Trio", das auf einer kurzen Tournee im Aschaffenburger Colos-Saal gastierte. Detailversessene Präzision und aberwitzige Technik verbinden sich bei Antolini mit einer Körpersprache extremer Lockerkeit. "Alles nicht so schwer, das geht so nebenbei", scheint sie mit der leisen Arroganz des Hochbegabten zu signalisieren. In dieser Schlagzeugkunst spielen die viel zitierten Off-beat-Rhythmisierungen nicht die Rolle wie sonst meistens im Jazz. Vielmehr ist eine maschinenhafte Genauigkeit das Spielideal. Der Antrieb des Füße und Puls in Bewegung setzenden "swing" ist gleichwohl kaum zu übertreffen. Von wenigen freien Passagen abgesehen, scheint in Antolinis System ein Metronom zu ticken, dessen exakte Zeitteilung nie außer Kraft gesetzt wird. Das ist deshalb so phänomenal, weil sich Antolini in den vielen solistischen Passagen scheinbar völlig vom Grundmetrum löst; erst bei der stets genauen Punktlandung erfährt man dann, was er in dem vier- oder achttaktigen Wechselspiel mit Kollegen alles an polyrhythmischen Finessen untergebracht hat.

Antolini ist auch ein wundervoller Begleiter. Im dauernden Augenkontakt mit den anderen Spielern ist er immer wachsam und präsent. Der Vorrat an Floskeln, mit denen er die logischen Zäsuren der Musik (nicht eventuelle Pausen) ausziseliert, scheint unbegrenzt. Dabei macht er nicht den Fehler, etwa vordergründig zu kommentieren. Er ist auch eigensinnig dienender "Timekeeper", der nur an Stellen aufschäumender Rasanz motivische Vorschläge beantwortet.

"Super Trio" darf sich diese Gruppe durchaus nennen. Denn so virtuos und inspiriert bewegt sich heute niemand mehr in der pianistischen Welt von Oscar Peterson wie Dirk Raufeisen. In einer imposanten Soloparaphrase über "I want to be happy" zog er auch noch andere Register: Erroll Garner und die Stride-Technik von Fats Waller schimmerten durch. Raufeisen hätte ruhig auch seine Vielseitigkeit bis hin zum glänzend beherrschten Boogie-Woogie darstellen können (und sollen). Dem durch alle Jazzstile gegangenen, in letzter Zeit als ausgefuchster Zwölftonkomponist in Erscheinung getretenen Günter Lenz machte es Spaß, mal wieder einen ganz normalen "walking bass" zu spielen. In seinen Soli kam dann mehr aus seiner Vergangenheit und Gegenwart zum Vorschein. Für Evergreens wie "Perdido", "Take the A-train", "Caravan", "Misty", "Blue Bossa" und "How high the moon" brauchte er ebenso wenig Noten wie die beiden anderen. Auf dem Weg zur Vollkommenheit gehören diese Stücke (und ihre nicht immer einfachen Harmonien) zur Grundausstattung.

ULRICH OLSHAUSEN

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100. Konzert des Liederbacher Jazzclubs

Am Mittwoch, dem 07. September 2005 veranstaltete der Liederbacher Jazzclub um 20 Uhr in der Liederbachhalle sein 100. Konzert. Wir hatten dies zum Anlass genommen, zu einer großen Session einzuladen, die wir als Benefizkonzert zu Gunsten von Katrin Rohdes Waisenhaus Managré Nooma in Ouagadougou im afrikanischen Burkina Faso veranstalten. Seit 10 Jahren unterstützen Jazzmusiker, Jazzfans und der Liederbacher Jazzclub (einige unserer Mitglieder auch regelmäßig privat) immer wieder nach Kräften die aufopferungsvolle Arbeit von Katrin Rohde.

Vor Beginn des Konzertes, ab ca. 19 Uhr, zeigten wir einen Film über Katrin Rohde und das Leben im Waisenhaus, der 1996 vom Evangelischen Fernsehen Hamburg gedreht wurde. Damals war erst ein Haus gebaut für 40 Jungen, dazu Werkstätten, Schule und Krankenstation. Heute ist daraus ein Heim für 240 Kinder geworden, die zusammen leben, lernen und arbeiten, eine Hilfe zur Selbsthilfe, die den Kindern eine Existenzgrundlage schafft. 

Viele Musiker haben sich spontan bereit erklärt, bei dieser Benefiz-Gala aufzutreten und auf jegliche Gage zu verzichten. Wir möchten uns bei allen Mitwirkenden, die auch dem Liederbacher Jazzclub freundschaftlich verbunden sind, ganz herzlich für ihre Bereitschaft bedanken.

Bisher haben zugesagt:
Barrelhouse Jazzband
The New Orleans Four
La Vida New Orleans Band
Christoph Wackerbarth (tb)
Gunther Nixdorf (tb)
C.C. The Boogie Man Christian Christl (p)
Ignaz Netzer (g harp, voc)
Albert Koch (harp)
Thomas l'Etienne (cl, ts)
Klaus „Mojo“ Kilian (harp, voc, g)
Bernd Simon (g, voc)
Tommie Harris (dr, voc)
(Änderung vorbehalten)
Weitere Musiker der Internationalen Klasse werden dazu kommen, sofern sie kein Engagement abhält.

Die Schirmherrschaft über dieses Benefizkonzert hat dankenswerterweise Herr Imre Istvan, Pfarrer der evangelischen Kirche in Liederbach übernommen.
Natürlich sind wir vom Liederbacher Jazzclub überrascht aber auch stolz, dass unsere Bitte eine solch große Resonanz hervorgerufen hat und natürlich hoffen wir auf ein ausverkauftes Konzert.

Und bedanken möchten wir uns nicht zuletzt auch bei Ihnen allen, die Sie durch Ihr Kommen zum Gelingen dieses Benefizkonzertes und durch Ihren Eintrittspreis zur Höhe der Spende für das Waisen- und Straßenkinderprojekt beitragen. Informationsmaterial über dieses Projekt liegt an der Abendkasse zum Mitnehmen aus.

Und hier noch einige Infos zum Waisenhaus Managré Nooma in Ouagadougou im afrikanischen Burkina Faso:

Managré Nooma = Das Gute geht nie verloren

Das ist das Motto, unter das Katrin Rohde ihre Arbeit in Afrika gestellt hat und an das sie bis heute glaubt. 1995 gründete sie in Ouagadougou / Burkina Faso ein Heim für Jungen von der Straße, das sie „AMPO“ (Association Managré Nooma Pour la Protection des Orphélins) nannte.

Seitdem lebt und arbeitet Katrin Rohde dort zusammen mit den Kindern, sorgt für tägliche Mahlzeiten, Schulunterricht, Berufsausbildung und medizinische Betreuung. Aus der anfangs mit 8 Jungen kleinen Gruppe ist inzwischen eine Organisation gewachsen, die die Bevölkerung „Königreich der Armen“ nennt und zu der jetzt 240 Mädchen und Jungen im Alter von 6–18 Jahren gehören. Es sind Waisen, Halbwaisen, verlassene und misshandelte Kinder, Jungen von der Straße, die genügsam und fröhlich sind und alle zur Schule gehen dürfen, was sehr wichtig ist in einem Land mit einer Analphabetenquote von 83 %. Mit 18 Jahren müssen die Kinder die Projekte verlassen, werden aber noch ein bis zwei Jahre lang unterstützt und betreut und haben dann auf eigenen Füßen zu stehen. Den dazu erforderlichen Mut haben die Kinder geschöpft durch die unermüdliche Fürsorge, die sie von Katrin Rohde und ihren Helfern erfahren durften.

Katrin Rohdes Buch:

"Mama Tenga - Mein afrikanisches Leben"

erschienen bei Goldmann (Nr 15234) können Sie über die Buchhandlung "KOLIBRI" Kai Jansen, Im Kohlruß 5, 65835 Liederbach, beziehen.

 Die Projekte:

 Waisenhaus für 55 Jungen
 Schule, Schneiderei, Marionettentheater

 Waisenhaus für 50 Mädchen
 Restaurant, Boutique, Schneiderei, Weberei, Batik

 Straßenjungenprojekt für 30 Jungen
 Schweißerei, Schlosserei, Schreinerei, Transportunternehmen mit Eselskarren

 Haus Mia für 15 junge Frauen
 für verstoßene schwangere Mädchen und junge Mütter mit Aids und deren Kinder, Töpferei und Schneiderei

 Landwirtschaftsschule für 80 – 90 Jungen
 Internat, Alphabetisierung

Behindertenprojekte
Rollstuhlwerkstatt, Kunsthandwerk

Krankenstationen
Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Zahnmedizin, soziale Beratung

Frauenberatungszentrum
Beratung zu Familienplanung, Aids und Familienproblemen

Cinemobile
mobile Aufklärung zu Familienplanung und Aids

Alle Projekte stehen unter afrikanischer Leitung, einige davon arbeiten schon gänzlich selbständig, andere brauchen noch Beratung. Katrin Rohde steht dafür täglich zur Verfügung, für aufmunternde Worte für die Kinder und eine große Umarmung oder einen Spaß im Vorübergehen. Die Kinder danken es mit Lebensfreude.

In diesem armen Land kann man noch mit wenig Aufwand viel helfen.

Spendenkonto: Sahel e.V., Sparkasse Plön (BLZ 210 515 80) Konto 5785

Liebe Jazzfreunde,

 

die große Jazz- Benefiz-Gala zu Gunsten von Katrin Rohdes Projekt für Waisen- und Straßenkinder in Burkina Faso am Mittwoch, dem 07.September in der Liederbachhalle war ein voller Erfolg. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Musikern bedanken, die uns und unserem Publikum einen unvergesslichen Abend bereitet haben. Mitgewirkt haben:
Barrelhouse Jazzband:
         Reimer von Essen (cl, as)
         Horst Schwarz (tp, tb, voc)
         Frank Selten (ss, as, ts, bs, cl)
         Cliff Soden (b)
         Jan Luley (p, voc)
         Roman Klöcker (g, bjo)
         Michael Ehret (dr)
The New Orleans Four:
         Reimer von Essen
         Harald Blöcher (tb)
         Herbert Bohn (g, bjo)
         Peter Hermann (dr)
La Vida New Orleans Band:
         Peter Hermann (dr)
         Rudi Möbus (tb)
         Harald Möbus (tp)
         Thomas L’Etienne (ts, cl)
         Dominik Dötsch (p)
         Uli Wanka (b)
         Helmut Haase (g, bjo)
Tommie Harris Jazz Consort
         Tommie Harris (dr, voc)
         Jochen Scheuermann (b)
         Thomas Jungblut (p)
Tommie Harris Blues Band:
         Tommie Harris (dr, voc)
         Kevin Duvernay (b)
         Markus Lauer (Hammondorgel)
         Michael Ruber (g)
das Bluesduo Ignaz Netzer (g, harp, voc) + Albert Koch (harp, voc)
das Bluesduo Klaus “Mojo” Kilian (g, harp) + Bernd Simon (g, voc)

Solisten:
Felicia Taylor (voc/Gospel)
Christoph Wackerbarth (tb)
Christian Christl CC-The Boogie-Man (p, voc)
Thomas L’Etienne
In der Brassband:
Reimer von Essen (cl),Thomas L’Etienne (cl), Frank Selten (sax), Horst Schwarz (tp), Harald Möbus (tp), Harald Blöcher (tb), Rudi Möbus (tb), Gunther Nixdorf (tb), Christoph Wackerbarth (susa), Tommie Harris (dr), Peter Hermann (dr), Dominik Dötsch (dr).

Ein ganz großes Dankeschön geht an die bisherigen Spender:
Taunus-Sparkasse, Liederbacher Hof, Heinz Dieter Färber - Versicherungsdienst für Industrie und Gewerbe GmbH (Saalmiete), Taxiunternehmen Simone Schulze, Buchhandlung Kolibri ,Dr. med. Naum Schmidt, Blumen Tiele und die Gaststätte Liederbachhalle (Familie Rieger)

Und natürlich vergessen wir auch nicht Sie, unser Publikum. Sie haben durch Ihr Kommen zum Gelingen des Abends beigetragen und durch den Kauf Ihrer Eintrittskarte den Kindern in Ouagadougou geholfen. Wir werden nach Afrika berichten.

Der Reinerlös dieses Konzertes einschließlich der bisher eingegangenen Spenden, den wir an die betreuende Organisation Sahel e.V. in Plön überweisen konnten, beträgt € 4000,00. Ein großes Dankeschön allen Musikern, Besuchern und Spendern.

 

Volker Götte **

1. Vorsitzender

Zum Abschluss seines Jubiläumsjahres hatte der Liederbacher Jazzclub für das letzte Jazzkonzert im Jahr 2005 in der Reihe „Jazz in der Scheune“ eine der europäischen Spitzenbands engagiert.

 

Andy Cooper’s Euro Top 8 am 21. Oktober 2005

Diese 1996 von Andy Cooper zusammengestellte Superbesetzung aus Jazzern der Weltklasse, mit Jazzlegenden und großen jungen Talenten gehört zum Besten, was Europa z.Z. zu bieten hat.

 Andy Cooper (cl, voc)
der Weltklasse-Klarinettist aus England ist ein begnadeter Entertainer, der sein Publikum immer wieder mit seinem einmaligen Gesang begeistert. Seit 1966 ist er Mitglied der Kenny Ball-Band.

Peter “Banjo” Meyer (bj, g)
die Banjo-Legende aus Deutschland ist einer der weltweit Renommiertesten seines Instruments und bringt seine Zuhörer mit virtuosen Bravourstücken am Banjo zu Begeisterungsstürmen. Er ist Gründungsmitglied der Jazz Lips aus Hamburg und widmet sich seit einigen Jahren mit großem Erfolg seiner neuen Formation, den European Jazz Giants

Ulf Johansson Werre (tb, p)
aus Schweden ist ein Posaunist von überragendem Format und ein weiterer musikalischer Glanzpunkt der TOP 8, auch am Piano. In seiner Heimat spielt er in mehreren eigenen Gruppen, in der Radio-Big Band und natürlich in internationalen Bands.

Nick Millward (dr, voc)
Der englische Schlagzeuger gilt als die vielversprechendste Entdeckung der letzten Jahre. Seit 1999 ist er der Rhythmusspezialist der Kenny Ball Band. Vorher tourte er mit den Bands von Pete Allen und Terry Lightfoot.

Pasqual Michaux (p, ts)
Der Italiener ist ein begnadeter Musiker und Multi-Instrumentalist. Er spielt meisterhaft Piano, Hammond-Orgel, alle Saxophone, Klarinette, Flöte, Oboe und Bass.

Mike Cotton (tp, harp)
aus England ist ein grandioser Trompeter. Er gehörte jahrelang der Acker Bilk Band an und leitete eine eigene Jazzband, bevor er sich Anfang der neunziger Jahre für eine äußerst erfolgreiche Solo-Karriere entschied.

Tucker Finlayson (b)
Der großartige Bassist aus Schottland mit dem wunderbar leichtfüßigen, unaufdringlichen, immens swingenden Rhythmus spielte von 1964-2002 in der Acker Bilk Band.

Johnny Barnes (baritonesax, as, cl, voc)
Der englische Allround-Instrumentalist ist der Senior der Band und unangefochten einer der größten Saxophonvirtuosen. Er spielte viele Jahre mit den Bands von Alex Welsh und Humphrey Lyttleton.

 

Zusammen präsentierten die acht Spitzensolisten bewundernswert ideenreich und spannungsvoll aufbereitet besten Jazz, wie Sie ihn lange nicht gehört, gesehen und erlebt haben. Ein erfrischender Wind im europäischen Traditional-Jazz!!! Hochkarätiges Jazz-Entertainment machte den Abend zu einem unvergesslichen Ereignis.

 

Zum Abschluss de Jahres des 20-jährigen Bestehens des Liederbacher Jazzclubs präsentierten wir

  

  

Zum 20jährigen Bestehen des Liederbacher Jazzclubs ist das traditionelle Gospelkonzert am Freitag, dem 02. Dezember um 20 Uhr in der evangelischen Kirche (Alt-Oberlieder-bach/Kirchweg) ein ganz besonderes Ereignis. Lillian Boutté, die uns schon im vergangenen Jahr mit einem so großartigen Gospelkonzert erfreut hat, kommt diesmal mit der Originalbesetzung ihrer Musicfriends, mit der sie auch auf Welttournee ist, nach Liederbach. Eine außergewöhnliche Bedeutung bekommt das Konzert noch dadurch, dass Lillian Boutté die offizielle Botschafterin des Jazz ihrer Heimatstadt New Orleans ist, einer Stadt, die durch den Hurrikan Kathrina so sehr gelitten hat und durch das Hochwasser zu großen Teilen zerstört wurde.

Lillian Boutté ist ohne Zweifel ein Weltstar in Sachen Jazz, Gospel und Musical. Ihre weltweiten Konzerttourneen in über 30 Jahren haben die Botschafterin des Jazz zu einer Ausnahmesängerin werden lassen. Ihr musikalisches Talent gepaart mit Charme und Temperament in ihren Konzerten zusammen mit ihren Musicfriends zu erleben, gehört zu den musikalischen Sternstunden.

Die Besetzung:

 Lillian Boutté  USA voc
Burmell Bemiss USA voc
Tanya Boutté USA voc
Thomas L’Etienne D cl, ts
Phil Parnell USA/UK p
Denny Ilett UK g
Andy Crowdy UK b
Esben Duus DK dr

 

 

 Stand: